Über die Brücke

Es gibt Momente, aus meinem Niemandsland-Leben, die ich ganz fest im Gedächtnis gespeichert habe. Ein von diesen ist mein „nach Hause“ Spaziergang, spät in der (Sommer-)Nacht, nach unserer Premiere von „This is not my story“ im UNION. Mahmoud, Rashoo und ich (wen habe ich noch vergessen, wer war noch dabei, Jemail, John ??) , glücklich und müde sind wir nach Hause über die 3 Rosen Brücke gelaufen.Die Brücke zur „Normalität“….unser Stück erzählt auch eine Bewegung, die Flucht, weg von einer „crazy world“ zurück zu einem normalen Leben (Europa….). In unserer Geschichte (This is not my story) war diese Bewegung kein Spaziergang, „die Brücke“ dauerte lang…und er dauert immer noch sehr lang. Wer Syrien oder Afghanistan oder Iran or whatever, verlassen will und in Europa ein normales Leben sucht, muss sehr lang laufen…..und warten…. Am 20 Juni werden 38 Tausend Namen von Gefluchtete, die auf der Flucht gestorben sind, in der Elisabethen Kirche vorgelesen. Es sind viel mehr als 38 Tausend, sie bilden eine „Geister-Brücke“ zwischen Mittel Ost und Europa.Zurück zur 3 Rosen Brücke, der Spaziergang dauerte lang, wir befanden uns physisch und psychisch zwischen Erde und Himmel. Das ist vielleicht das Land der Träumen, das Land der Poesie aber es ist ein echtes Land, kein „wischiwaschi“, kein unklares abstraktes Land, alles ist authentisch und trägt eine Wahrheit. Dieser Spaziergang war keinen Auftritt auf die „Bühne des grossen Erfolgs“. Es war genau ein Spaziergang ins Zentrum des Seins, dort wo die Wahrheit uns frei macht. Ok, das Konzept kommt nicht von mir, das hat vor 2 Tausend Jahren der Man der von der Macht gekreuzt wurde schon mal gesagt. Ja Jesus, der war als Baby schon auf der Flucht und wahrscheinlich wäre er heute auch unten den 38 Tausend Gefluchteten (fast alle Muslime) die im Meer oder auf den Weg nach Europa gestorben sind.Unsere Gesellschaft hat das vergessen, das ist nicht mehr relevant. Unser Jesus ist blond, er ist nicht Jude oder aus Palästina, er ist immer sehr anständig und Regierung oder System konform, er kümmert sich nicht um anderen Menschen und jo schon gar nicht von anderen Menschen mit einer anderen Religion (hatte Jesus eine bestimmte Religion?Welche? ).Was immer es war, es war unser Preis. Ich sage es immer wieder vor das wir auf die Bühne gehen: Friends, unser Ziel ist nicht „berühmt zu werden“, Niemandsland macht niemand berühmt. Unser Ziel ist: Schenke dir ein Moment Wahrheit.Und das ist wie bei den Seiltänzer. Nun, es muss nicht immer so abenteuerlich sein, nicht immer so prekär, es darf auch entspannt sein und lustig und leicht.Ach, ich wünsche mir und euch allen, so ein Spaziergang jeden Tag, zwischen Himmel und Erde, frei und authentisch.Carpe Diem!!P.S.1 Niemandsland ist bei der Aktion am 20 Juni „Namen nennen“ in der Elisabethen Kirche dabei. Wer mehr darüber wissen möchtet: www.offenekirche.ch oder eine email an monika.hungerbuehler@oke-bs.chP.S.2 Niemandsland übt und trainiert für das nächste Stück („Der Fluss“….a propos Brücke) wer Interesse hat: niemandsland-theater@gmx.ch (www.theater-niemandsland.ch)

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