Wie viel Körper brauche ich

In der Zeit der „Social Distance“ (langsam hasse ich dieser Ausdruck) suche ich mir spezielle Dinge/Momente/Situationen/Gegenstände usw. Alles was unabhängig vom physischen Abstand (distance…eheheheh) mir gut tut: Glacé von Acero bestellen, mit einer Augenbinde zeichnen oder riechen, den voll Mond photographieren, die Nacht zu hören, Musik spielen, kochen wie verrückt, meine Katze umarmen und mit ihr spielen.
Dann aber kommt der Moment, der Moment des „LEERS“, es fehlt einfach etwas das kann man nicht ersetzen: Unser Körper ist isoliert. Unsere Körpersprache eingeschränkt. Unser Körperkontakt verboten. Unsere physische Aktivität nur einsam erlebt (Yoga, Tai Chi, Jogging,…).
Der Körper ist ein unsicheres Territorium geworden, eine geschlossene Grenze, das Ende einer Welt.
Ich muss bestimmt an menschen denken, die die Körpersprache und die Bewegung als Kommunikationsfaktoren beobachtet haben und daraus Methoden entwickelt haben: Jean Le Boulche, Grotowski, Eugenio Barba, usw… oder an alle TänzerInnen und ChoreographInnen denken: Was würde Pina Bausch heute denken/machen (!!). Wie lebt der grosse Ohad Naharin diese Zeit!?
Ich schaue die Fotos des Niemandsland Training, es tuet gut und macht auch ein bisschen weh und frage ich mich: Wie viel Körper brauchen wir? Bei unserem (Niemandsland) Training ca 70% ist Körperarbeit in verschiedenen Formen. Wie gut verstehe ich jetzt warum das Theater Training am Freitag Abend mir so gut und glücklich macht. Wie viel haben wir durch diese kreative, physische und ja auch geistliche Arbeit von ein andern gelernt, über sich selber gelernt und erzählt.
ich weiss schon was ich mache werde wenn diese Krise Zeit definitiv vorbei ist: Tanzen und menschen umarmen: Frontal, in einer Reihe, seitlich, zu dritt/viert/ in einer Gruppe…und zusammen gumpen wie wilde Hasen, und im Körperkontakt emotional sich ausdrücken und mögliche schräge Gangarten ausprobieren (à la Physical Theater). Und ziehen und führen und sich führen lassen und über den Schulter von Mahmoud oder Marion klettern und wie Nebel in Slow Motion sich bewegen…und dann eine Improvisation spielen wo MUSS MAN im Physischen Kontakt bleiben oder bedingt nur nach einem physischen Kontakten reden. Körper, Emotionen, Geist und Sprache alles zusammen verbunden. Ganz und nur analog.
Und wenn wir fertig sind gehen wir irgendwo in die Stadt tanzen….yeah! 

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